krebsgesellschaft.de, 17.01.2016

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Muzinöses Adenokarzinom des Kolons

Kolorektale muzinöse Adenokarzinome (MC) können sie nach ihrem histologischen Erscheinungsbild in niedriggradige und hochgradige MC klassifiziert werden. Dass diese Trennung in Hinblick auf die Prognose kolorektaler Karzinome sinnvoll ist, bestätigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer.

An der Studie nahmen 1.373 Patienten mit Kolorektalkarzinom teil, die sich zwischen 2000 und 2012 einer operativen Resektion unterzogen. 40 (2,9%) von ihnen wiesen ein muzinöses Adenokarzinom auf, bei 13 Patienten handelte es sich um eine hochgradige Form. Patienten mit muzinösen Adenokarzinomen hatten ein signifikant geringeres krankheitsfreies Überleben und Gesamtüberleben als Patienten mit nicht-muzinösen Adenokarzinomen.

Im direkten Vergleich hatten Patienten mit hochgradigen muzinösen Adenokarzinomen signifikant kürzere krankheitsfreie Überlebenszeiten und Gesamtüberlebenszeiten als jene mit niedriggradigen MC. In der Multivarianzanalyse erwies sich das hochgradige MC als signifikant mit kürzeren krankheitsfreien Zeiten und Gesamtüberlebenszeiten assoziiert. Beim niedriggradigen MC bestand dieser Zusammenhang nicht. Eine Genomanalyse erbrachte, dass niedriggradige MC eine höhere Zahl von Mutationen aufweisen als hochgradige MC. KRAS-Mutationen und Mutationen für adenomatöse Polyposis des Kolons traten bei niedriggradigen MC häufiger auf, dafür waren SMAD4-Mutationen häufiger bei hochgradigen MC.

Das hochgradige muzinöse Adenokarzinom ist offensichtlich ein prognostischer Faktor für das Kolorektalkarzinom, so das Fazit der Studienautoren. Es unterscheidet sich genetisch von anderen kolorektalen Karzinomen, inklusive niedriggradigen MC. Hieraus leite sich ab, dass hoch- und niedriggradige MC künftig in klinischen Studien getrennt behandelt werden müssten.

 

Quelle:
Yosioka, Y. et al.: Clinicopathological and genetic differences between low-grade and high-grade colorectal mucinous adenocarcinomas. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Oktober 2015, DOI: 10.1002/cncr.29676

 

(kvk)